Formel-1-Wetten: Quoten und Strategien für die F1-Saison 2026

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Mein erster F1-Wetttipp war eine Katastrophe. Saison 2018, ich setzte auf Sebastian Vettel als WM-Favorit — die Quoten waren verlockend, das Bauchgefühl stimmte, und Ferrari sah stark aus. Das Ergebnis kennt jeder: Lewis Hamilton fuhr davon, Vettel machte Fehler unter Druck, und meine Saisonwette war wertlos. Was ich daraus gelernt habe, bestimmt heute jeden einzelnen meiner Wettscheine: Daten schlagen Emotion, jedes Mal.

In den neun Jahren seitdem hat sich die F1-Wettlandschaft fundamental verändert. Die globale Fanbasis der Formel 1 hat 827 Millionen Menschen erreicht — ein Anstieg von 63% seit 2018. Und der Wettmarkt hat mitgezogen: Große Buchmacher bieten heute mehr als 30 verschiedene Märkte pro Rennwochenende an, wo es vor fünf Jahren gerade mal die Siegwette gab. Dazu kommt 2026 das größte Regelrevolution seit der Hybrid-Ära — neue Motoren, neue Aerodynamik, neue Kräfteverhältnisse. Für Wettende mit dem richtigen analytischen Ansatz ist das eine Goldgrube.

In diesem Artikel zerlege ich die F1-Wettmärkte Stück für Stück: welche Märkte es gibt, wie man Quoten richtig liest, was das 2026er-Reglement für Wettquoten bedeutet und wie ich persönlich datenbasiert meine Wettentscheidungen treffe. Wer bereit ist, Analyse vor Bauchgefühl zu stellen, findet hier das komplette Werkzeug dafür.

Alle F1-Wettmärkte im Detail: Von Siegwette bis Ausfallwette

Beim Großen Preis von Monaco 2023 hatte ich einen Wettschein mit vier verschiedenen Märkten offen — gleichzeitig. Nicht weil ich wild drauflos gewettet habe, sondern weil die Marktvielfalt in der Formel 1 heute so tief ist, dass man strategisch auf mehrere Szenarien setzen kann, die sich gegenseitig absichern.

Die Siegwette — wer gewinnt das Rennen — ist nach wie vor der Klassiker. Bei 20 Fahrern im Feld und oft drei bis vier realistischen Siegkandidaten bewegen sich die Quoten für Favoriten typischerweise zwischen 1,80 und 3,50. Was diese Wette anspruchsvoll macht: Ein einziger Boxenstopp-Fehler, ein Strategiefehlgriff oder eine Safety-Car-Phase kann den sicheren Sieger auf Platz drei zurückwerfen. Genau deshalb bevorzuge ich in vielen Rennen die Podiumswette, bei der ich darauf setze, dass ein Fahrer unter die Top 3 fährt. Die Treffwahrscheinlichkeit steigt deutlich, die Quoten bleiben bei Fahrern aus dem Mittelfeld attraktiv.

Top-6- und Top-10-Wetten öffnen eine weitere Dimension. Ein Fahrer wie Pierre Gasly oder Yuki Tsunoda, der regelmäßig in die Punkte fährt, aber selten auf dem Podium steht, liefert bei diesen Märkten konstante Treffer zu fairen Quoten. Über eine Saison betrachtet lassen sich damit stabile Renditen aufbauen — vorausgesetzt, man trackt die Performance systematisch.

Head-to-Head-Wetten sind mein persönlicher Favorit unter den F1-Märkten. Hier wettet man darauf, welcher von zwei Fahrern im Rennen weiter vorne landet — unabhängig von der Platzierung. Der Vorteil: Man reduziert die Komplexität eines 20-Fahrer-Feldes auf ein direktes Duell. Teamkollegen-Duelle wie Verstappen gegen Pérez oder Hamilton gegen seinen jeweiligen Partner lassen sich besonders gut analysieren, weil beide Fahrer dasselbe Auto haben und die Datenlage eindeutig ist.

Dann gibt es die Spezialwetten, die in den letzten Jahren massiv gewachsen sind. Schnellste Runde, Safety-Car ja/nein, Ausfallwette, Pole-Position — jeder dieser Märkte hat eigene Muster und Datenpunkte, die sich auswerten lassen. Bei der Safety-Car-Wette etwa liegt die historische Wahrscheinlichkeit in den letzten F1-Saisons bei rund 60-70% pro Rennen — je nach Strecke. Wenn ein Buchmacher die Quote für „Safety Car: Ja“ auf über 2,00 setzt, ist das ein klarer Hinweis auf einen unterbewerteten Markt.

Die Ausfallwette ist ein besonders analytischer Markt: Wie viele Fahrer sehen die Zielflagge nicht? Technische Zuverlässigkeit, Streckencharakteristik und Regenwahrscheinlichkeit fließen hier ein. An Stadtkursen wie Monaco oder Singapur steigt die Ausfallquote statistisch, während auf weitläufigen Strecken wie Bahrain weniger passiert. Wer diese Zusammenhänge kennt und in Quoten übersetzt, hat einen echten Vorteil gegenüber dem durchschnittlichen Wettenden.

F1-Quoten analysieren: Favoritenquoten, Außenseiter und Value

Ich schaue mir die F1-Quoten nie isoliert an. Der erste Blick geht immer auf den Quotenschlüssel — also die implizite Marge des Buchmachers. Bei der Formel 1 arbeiten die meisten großen Anbieter mit Schlüsseln zwischen 110% und 120% auf Siegwetten. Das klingt nach einem kleinen Unterschied, aber über eine Saison mit 24 Rennen summiert sich jeder Prozentpunkt.

Favoritenquoten in der F1 erzählen eine interessante Geschichte. Wenn Max Verstappen bei einem Rennen bei 1,60 steht und der nächste Verfolger bei 4,50, sagt der Markt: Die Wahrscheinlichkeit für einen Verstappen-Sieg liegt bei rund 62%. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit — stimmt diese Einschätzung mit meiner datenbasierten Analyse überein? Qualifying-Pace, Rennpace auf vergleichbaren Strecken, Reifenmanagement, strategische Flexibilität — all das fließt in meine eigene Wahrscheinlichkeitsberechnung ein.

Der Umsatz der F1-Futures stieg 2024 auf 45 Millionen Dollar, nach 36 Millionen im Vorjahr. Diese Zahl zeigt, dass immer mehr Wettende langfristig auf die F1 setzen — und dass der Markt insgesamt liquider wird. Mehr Liquidität bedeutet tendenziell schärfere Quoten, weniger Marge, und damit weniger offensichtliche Value Bets. Für gut vorbereitete Wettende ist das trotzdem eine Chance, denn die Masse wettet emotionsgesteuert auf große Namen.

Außenseiter-Quoten sind in der Formel 1 ein zweischneidiges Schwert. Eine Quote von 25,00 auf einen Fahrer im unteren Mittelfeld klingt verlockend — aber die implizite Wahrscheinlichkeit liegt bei gerade mal 4%. Nur wenn meine Analyse ergibt, dass der Fahrer auf dieser spezifischen Strecke, bei diesen Bedingungen, mit dieser Strategie eine realistisch höhere Chance hat, wird daraus ein Value Bet. In der Saison 2024 haben sieben verschiedene Fahrer mindestens zwei Grands Prix gewonnen — ein Rekord an Wettbewerbsdichte. Das bedeutet: Die Quoten für Außenseiter waren in vielen Rennen systematisch zu hoch angesetzt, weil die Buchmacher die Favoritenstruktur vergangener Jahre noch im Modell hatten.

Meine Faustregel beim Quotenvergleich: Ich schaue mindestens drei Anbieter für jedes Rennen durch. Die Unterschiede bei F1-Quoten können beträchtlich sein — vor allem bei Spezialwetten, wo die Buchmacher weniger Erfahrung haben und die Margen breiter streuen. Wer bei einem Anbieter die schnellste Runde für 8,00 bekommt und bei einem anderen für 11,00, hat ohne jede Analyseleistung schon einen Vorteil von 37,5% bei der Auszahlung.

Ein Phänomen, das ich bei F1-Quoten immer wieder beobachte: der Favoritenbias. Fans wetten überproportional auf bekannte Namen — Verstappen, Hamilton, Leclerc. Das drückt deren Quoten unter den fairen Wert und verschiebt gleichzeitig die Quoten für weniger prominente Fahrer nach oben. Dieser Effekt ist am stärksten vor dem Qualifying, wenn noch keine aktuellen Sessiondaten vorliegen. Nach dem Q3 gleichen sich die Quoten stärker an die reale Performance an. Genau in diesem Zeitfenster — zwischen Trainingsdaten und Qualifying — liegt das größte Potenzial für informierte Wettende.

F1 2026: Neues Reglement und Auswirkungen auf Wettquoten

Was 2026 in der Formel 1 passiert, ist kein normaler Regelwechsel. Es ist eine Zeitenwende — vergleichbar mit dem Sprung von V8 auf Hybrid-Motoren 2014, als Mercedes eine Ära startete und Red Bull plötzlich hinterherfuhr. Für Wettende gibt es in solchen Umbruchphasen die größten Chancen, weil die Buchmacher genauso wenig wissen wie alle anderen.

Die technischen Eckpunkte: 2026 kommen komplett neue Power Units mit einem deutlich höheren Elektroanteil. Die Aerodynamik wird radikal vereinfacht, der Bodeneffekt reduziert, und die Autos werden kleiner und leichter. Dazu kommt aktive Aerodynamik — Elemente am Auto, die sich während der Fahrt verstellen lassen. Das verändert nicht nur die Performance-Hierarchie, sondern auch das Überholverhalten auf der Strecke.

Für den Wettmarkt hat das konkrete Konsequenzen. Die Motorenhersteller — Mercedes, Ferrari, Red Bull Powertrains, Honda und der neue Hersteller Audi — investieren seit Jahren in die 2026er-Spezifikationen. Wer den besten Antrieb liefert, dominiert mindestens die erste Saisonhälfte. Der F1-Markt als Industrie ist auf 3,9 Milliarden Dollar bewertet, mit einem prognostizierten Wachstum auf 5,7 Milliarden bis 2031. Dieses Geld fließt in Entwicklung, und die Frage, wer es am klügsten investiert, wird 2026 beantwortet.

Ich beobachte in Umbruchphasen ein wiederkehrendes Muster bei den Quoten: Die Buchmacher setzen zu stark auf den amtierenden Champion. Nach der Logik „Red Bull hat 2023 und 2024 dominiert, also dominieren sie auch 2026“ landen die Quoten für Verstappen bei jeder Saisonwette ganz vorne. Aber 2014 hat genau dieses Muster dafür gesorgt, dass Mercedes bei den Saisonquoten deutlich unterschätzt wurde. Der Informationsvorsprung in einer Regelrevolution entsteht nicht durch Ergebnisse der Vergangenheit, sondern durch die Analyse von Testfahrten, Motorendaten und technischer Philosophie.

Besonders relevant für 2026: Die neuen, leichteren Autos werden das Reifenverhalten verändern. Weniger Gewicht bedeutet weniger Reifenabbau, was wiederum Ein-Stopp-Strategien häufiger machen könnte. Für Wettende, die auf Boxenstopp-Anzahl oder Strategiemärkte setzen, ist das eine fundamentale Verschiebung. Ich plane, meine Datenmodelle nach den Wintertests 2026 komplett neu zu kalibrieren — wer mit alten Modellen in die neue Ära geht, verliert Geld.

Ein weiterer Faktor: Audi steigt als Werksteam ein und übernimmt das bisherige Sauber-Team. Das Team hat aktuell keine Spitzenergebnisse, aber der finanzielle und technische Rückhalt eines Volkswagen-Konzernmitglieds ändert die Dynamik. Für Saisonwetten 2026 könnte Audi als Außenseiter mit attraktiven Quoten auftauchen — nicht für den WM-Titel, aber für einzelne Podiumsplätze oder Konstrukteurspunkte. Genau solche asymmetrischen Chancen suche ich.

Streckentypen und ihre Bedeutung für F1-Wetten

Barcelona 2019 — ich hatte auf einen Außenseiter gesetzt, weil seine Form fantastisch war. Das Problem: Barcelona ist eine Strecke, die High-Downforce belohnt und Überholmanöver fast unmöglich macht. Mein Außenseiter qualifizierte sich auf Platz 8 und fuhr auf Platz 8 ins Ziel. Eine Strecke kann den besten Tipp ruinieren, wenn man sie nicht in die Analyse einbezieht.

Die F1-Strecken lassen sich grob in drei Kategorien einteilen, die direkt Wettentscheidungen beeinflussen. Highspeed-Strecken wie Monza und Spa-Francorchamps belohnen Motorleistung und Low-Drag-Setups. Teams mit starken Power Units haben hier historisch Vorteile. Technische Strecken wie Budapest und Singapur belohnen mechanischen Grip und ein ausgeglichenes Setup — hier punkten Fahrer, die das Maximum aus dem Auto herausholen. Und dann gibt es die Stadtkurse wie Monaco, Jeddah oder Las Vegas, wo Qualifying-Performance alles entscheidet, weil Überholen fast unmöglich ist.

In der Saison 2025 war die Formel 1 so dicht besetzt wie nie zuvor. Die Renn-Besucherzahlen erreichten einen Rekord von 6,7 Millionen Zuschauern über die Saison — 19 von 24 Rennen waren ausverkauft. Diese Nähe im Feld bedeutet für Wettende, dass streckenspezifische Analyse noch wichtiger wird. Wenn der Abstand zwischen Platz 1 und Platz 10 im Qualifying unter einer Sekunde liegt, macht die Streckencharakteristik den entscheidenden Unterschied.

Mein Ansatz: Ich erstelle für jede Strecke ein Profil mit historischen Daten — Qualifying-Ergebnisse der letzten fünf Jahre, Überholstatistiken, Safety-Car-Häufigkeit und Wetterwahrscheinlichkeiten. Dann vergleiche ich dieses Profil mit der aktuellen Fahrerform. Ein Fahrer, der auf technischen Strecken konstant outperformt, aber auf Highspeed-Strecken Schwächen zeigt, ist für Budapest ein Value Bet und für Monza ein Risiko. Diese Differenzierung macht die Streckenanalyse zum vielleicht wichtigsten Werkzeug in meinem Arsenal.

Besonders aufschlussreich sind Strecken mit ungewöhnlicher Charakteristik. Baku kombiniert einen langen Highspeed-Abschnitt mit engen Altstadtpassagen — eine Mischung, die regelmäßig für Überraschungen sorgt. Die Safety-Car-Quote in Baku liegt deutlich über dem Saisondurchschnitt. Wer das in seine Wettentscheidungen einbezieht und auf Märkte wie „Safety Car: Ja“ oder „Ausfallwette: Über 2,5 Ausfälle“ setzt, hat einen messbaren Vorteil gegenüber Wettenden, die nur auf den Rennsieger schauen.

Was viele übersehen: Die Streckentemperatur beeinflusst die Reifenstrategie massiv. Ein heißer Nachmittag in Bahrain zwingt Teams in andere Strategien als ein kühler Abend in Las Vegas. Diese Temperaturunterschiede wirken sich auf die optimale Stopp-Anzahl aus — und damit auf die Quoten bei Boxenstopp-Wetten und Strategiemärkten. Ich notiere mir vor jedem Rennen die Wettervorhersage und gleiche sie mit historischen Streckentemperaturen ab. Die Korrelation zwischen Asphalttemperatur und Reifenabbau ist einer der zuverlässigsten Datenpunkte in meinem Modell.

Qualifying-Wetten: Daten, Muster und Strategie

43% der F1-Fans sind jünger als 35 Jahre — und diese Generation verfolgt nicht nur das Rennen am Sonntag, sondern analysiert schon am Samstag die Qualifying-Daten. Qualifying-Wetten gehören zu den analytisch dankbarsten Märkten in der F1, weil die Datenlage hervorragend ist.

Der Qualifying-Markt bei den meisten Buchmachern umfasst: Pole-Position-Wette, Head-to-Head-Qualifying-Duelle, Q1-Eliminierung und Qualifying-Gruppenwetten. Die Pole-Position-Wette ist der direkteste Markt — wer fährt die schnellste Runde im Q3? Die Quoten korrelieren stark mit den Freitagstrainings, aber nicht perfekt. Teams fahren im Training oft mit unterschiedlichen Benzinmengen und Programmen. Die Kunst liegt darin, aus den Trainingsdaten die wahre Qualifying-Pace zu destillieren.

Meine Methode: Ich schaue mir die Sektorzeiten an, nicht die Gesamtrundenzeit. Ein Fahrer, der im ersten Sektor konstant schnell ist, aber im dritten Sektor Zeit verliert, hat vermutlich ein Setup-Problem, das bis Samstag gelöst sein könnte. Umgekehrt zeigt ein Fahrer, der in allen drei Sektoren gleichmäßig schnell ist, dass sein Auto im optimalen Fenster arbeitet.

Die kumulative TV-Zuschauerzahl der F1 erreichte 2025 insgesamt 1,83 Milliarden — ein Plus von 6,8% zum Vorjahr und die höchste Zahl seit fünf Jahren. Dieses Wachstum treibt auch die Wettaktivität rund um das Qualifying. Buchmacher reagieren auf die Nachfrage mit immer detaillierteren Qualifying-Märkten. Ich nutze das gezielt: Wenn ich nach dem dritten Freien Training eine starke Einschätzung habe, aber die Quoten noch auf dem Stand von Donnerstagabend sind, bekomme ich den bestmöglichen Preis.

Ein konkretes Muster, das sich bewährt hat: Auf Stadtkursen gewinnt der Pole-Sitter in über 60% der Fälle auch das Rennen. Das bedeutet, dass Qualifying-Daten auf solchen Strecken auch für Rennwetten relevant sind. Wer in Monaco oder Singapur die Qualifying-Wette und die Siegwette kombiniert, kann auf denselben Datensatz doppelt setzen — mit unterschiedlichen Risikoprofilen. Auf Strecken mit langer Gerade und DRS-Zone ist diese Korrelation deutlich schwächer, weil Überholmanöver häufiger sind.

Sprint-Wochenenden bringen eine zusätzliche Ebene: Statt drei Freier Trainings gibt es nur eines, dazu ein Sprint-Qualifying und das Sprint-Rennen selbst. Das komprimiert den Informationsfluss. Ich nutze Sprint-Rennen gezielt als Datenquelle für den Sonntag — die Rennpace im Sprint ist oft ein besserer Indikator für den Grand Prix als jedes Training, weil die Teams im Renntrimm unter Wettbewerbsbedingungen fahren. Die Quoten für den Sonntagssieg aktualisieren sich nach dem Sprint, aber nicht immer korrekt. Hier liegt Value.

Datenbasierte F1-Wettstrategie: Schritt für Schritt

Die Vielschichtigkeit macht Motorsport-Wetten analytisch anspruchsvoll — und genau deshalb potenziell lukrativ für Wettende, die bereit sind, mit Daten zu arbeiten statt mit Bauchgefühl. Diesen Satz habe ich vor Jahren gelesen und er hat meinen gesamten Ansatz verändert. Seitdem behandle ich F1-Wetten wie ein Datenprojekt, nicht wie ein Hobby.

Schritt 1: Die Datenbasis aufbauen. Jede Saison beginnt bei mir mit einer Tabelle, in der ich für jeden Fahrer die Qualifying-Pace, die Rennpace, die Zuverlässigkeit und die Strecken-Performance der letzten drei Saisons erfasse. Das klingt aufwendig, ist es aber nicht — die Daten sind öffentlich verfügbar über die offizielle F1-Seite und Timing-Dienste. Ich brauche pro Rennwochenende etwa 30 Minuten, um meine Tabelle zu aktualisieren.

Schritt 2: Eigene Wahrscheinlichkeiten berechnen. Bevor ich mir die Buchmacher-Quoten anschaue, erstelle ich meine eigene Einschätzung. Wie hoch schätze ich die Siegchance von Fahrer X auf dieser Strecke? 15%? 25%? Diese Zahl basiert auf meiner Datenbasis und berücksichtigt aktuelle Form, Streckentyp und externe Faktoren wie Wetter. Nur 22% der F1-Fans, die grundsätzlich wetten, setzen regelmäßig auf Motorsport — das bedeutet, der Markt ist weniger effizient als bei Fußball, wo die Masse an Wettaktivität die Quoten scharf macht.

Schritt 3: Quoten vergleichen und Value identifizieren. Meine eigene Wahrscheinlichkeit von 25% ergibt eine faire Quote von 4,00. Wenn der Buchmacher 5,50 anbietet, habe ich einen Value Bet mit positivem Erwartungswert. Wenn er 3,00 anbietet, hat der Markt den Fahrer höher eingeschätzt als ich — Finger weg. Die Disziplin, nur bei positivem Erwartungswert zu wetten, ist das Schwierigste am gesamten Prozess. Es gibt Rennwochenenden, an denen ich keinen einzigen Wettschein abgebe, weil die Quoten keinen Value bieten.

Schritt 4: Einsätze steuern. Ich setze nie mehr als 3% meiner Bankroll auf eine einzelne F1-Wette. Bei besonders starken Value Bets gehe ich auf 4-5%, bei spekulativen Außenseiterwetten bleibe ich bei 1-2%. Diese Disziplin hat mir über die Jahre mehr Geld gespart als jede einzelne gewonnene Wette eingebracht hat.

Ein Aspekt, den viele F1-Wettende unterschätzen: der Informationsfluss zwischen den Sessions. Die Freien Trainings am Freitag und Samstag liefern Rohdaten — Rundenzeiten, Longruns, Reifenabbau. Die Pressekonferenzen liefern Kontext — welcher Fahrer zufrieden ist, welches Team Probleme meldet, wer das Setup radikal ändert. Beides zusammen ergibt ein Bild, das die Quoten oft erst mit Verzögerung abbilden. Wer auch andere Rennserien wie die MotoGP verfolgt, erkennt, dass dieser Informationsvorteil serienübergreifend funktioniert — das Prinzip bleibt überall dasselbe.

Mein letzter Tipp für den Einstieg in die datenbasierte F1-Wettstrategie: Fangt klein an. Ein Rennwochenende, zwei Märkte, eine saubere Analyse. Dokumentiert euren Denkprozess, vergleicht hinterher das Ergebnis mit eurer Einschätzung, und lernt daraus. Nach drei, vier Rennen habt ihr ein System, das funktioniert — oder wisst genau, wo es nicht funktioniert. Beides ist wertvoll.

Wer die Grundlagen aller Motorsport-Wetten verstehen will, bevor er tiefer in die F1-Analyse einsteigt, findet dort den kompletten Rahmen — von Wettarten über Regulierung bis zu den Datenquellen, die ich täglich nutze. Die F1 ist die Königsklasse des Motorsports. Es ist an der Zeit, dass eure Wettstrategie das auch widerspiegelt.

Häufige Fragen zu Formel-1-Wetten

Welche Strecken begünstigen welche Fahrer in der F1?

Highspeed-Strecken wie Monza und Spa bevorzugen Teams mit starker Motorleistung. Technische Kurse wie Budapest oder Singapur belohnen mechanischen Grip und Fahrkönnen. Stadtkurse wie Monaco hängen fast ausschließlich von der Qualifying-Performance ab, weil Überholen dort kaum möglich ist. Für Wettende bedeutet das: Streckenspezifische Daten sind wichtiger als die Gesamtform eines Fahrers.

Wie beeinflusst das neue F1-Reglement 2026 die Wettquoten?

Das 2026er-Reglement bringt neue Power Units mit höherem Elektroanteil, aktive Aerodynamik und leichtere Autos. Die Kräfteverhältnisse werden neu gemischt — Teams, die den besten Motor entwickeln, profitieren überproportional. Für Wettquoten bedeutet das: Saisonwetten auf den WM-Titel sind spekulativer als in stabilen Reglementphasen, aber auch potenziell lukrativer, weil die Buchmacher keine historischen Daten als Grundlage haben.

Was sind Sprint-Rennen und wie wirken sie sich auf Wetten aus?

Sprint-Rennen sind verkürzte Rennen über etwa 100 km, die an ausgewählten Rennwochenenden am Samstag stattfinden. Sie bieten eigene Wettmärkte — Siegwette, Podium und Head-to-Head. Weil Sprint-Rennen kürzer sind, spielen Reifenstrategie und Boxenstopps eine geringere Rolle. Startposition und erster Kurvenausgang sind entscheidender, was die Analyse vereinfacht.

Lohnt sich eine Saisonwette auf den F1-Weltmeister?

Saisonwetten binden das Kapital über Monate, bieten aber die Möglichkeit, frühzeitig Value zu sichern, bevor sich die Quoten anpassen. Die besten Einstiegszeitpunkte sind vor der Saison und nach den ersten Rennen, wenn die wahre Kräfteverteilung sichtbar wird. In Umbruchphasen wie 2026 sind Saisonwetten besonders interessant, weil die Unsicherheit größer ist und die Quoten breiter streuen.